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Kępice (deutsch Hammermühle) ist eine Stadt im Powiat Słupski in der polnischen Wojewodschaft Pommern. Sie ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) und liegt 20 km südöstlich von Sławno (Schlawe) an der Wieprza (Wipper). Kępice liegt in Hinterpommern.

Gmina Kępice (Kępice Commune)
Geographische Lage: 54° 15' N, 16° 52' O
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Słupsk
Fläche: 6,11 km2
Höhe: 74 m n.p.m
Einwohner: 3807
Gemeindeart: Stadt - und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 15 Schulzenämter
Fläche: 293,43 km2
Einwohner: 9465 (30. Jun. 2013)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw./km2
Gemeindenummer (GUS): 2212053

Geschichte
Im Tal der Wieprza östlich von Varzin stand bis in das 19. Jahrhundert eine Hammermühle. Am 7. Juni 1867 hatte der damalige preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck von der ihm nach dem erfolgreichen Preußisch-Österreichischen Krieg bewilligten Dotation von 400.000 Talern das Rittergut Varzin von Werner Ewald von Blumenthal erworben. 1868 ließ Bismarck an der Wipper die Papierfabrik Hammermühle errichten, 1871 folgte ein weiteres größeres Werk, die so genannte „Fuchsmühle“. Diese Papierfabriken, die ab 1889 unter dem Namen „Varziner Papierfabrik AG“ firmierten, entwickelte sich zum größten Industrieunternehmen in Ostpommern und zu einem bedeutenden Produzenten für Banknoten. Um die Werke entstanden neue Siedlungen. Mit dem 1878 erfolgten Bau der Eisenbahn zwischen Neustettin (Szczecinek) über Rummelsburg (Miastko) nach Stolp (Słupsk) erhielt die Industriesiedlung einen Bahnhof, und im sieben Kilometer nördlich gelegenen Zollbrück (Korzybie) kreuzte die Bahntrasse zwischen Schlawe (Sławno) und Bütow (Bytów).
1898 wurde Wilhelm von Bismarck (1851–1901), Sohn des Reichskanzlers und Oberpräsident von Ostpreußen, neuer Besitzer. Nach dessen Tode erbte der einzige Sohn Wilhelm Nikolaus von Bismarck (1896–1940) den Varziner Besitz.
Nachdem bereits 1890 für die Papierfabrik und ein Sägewerk Wasserkraftwerke in Betrieb genommen wurden, entstand 1918 an der Wipper in Kampmühle (Kępka), Fuchsmühle (Kruszka), Beßwitz (Biesowice) und Hammermühle ein System von vier Wasserkraftwerken zur Stromerzeugung. Sämtliche Anlagen außer der in Hammermühle wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Im Zuge der Landgemeindereform von 1928 kam es zur Vereinigung der auf Varziner Flur befindlichen Ansiedlungen Fuchsmühle, Hammermühle, Kampmühle und dem Bahnhof zu einer neuen Gemeinde im Landkreis Rummelsburg mit dem Namen Hammermühle. Immer mehr Menschen fanden in dem Industrieort Arbeit. Die Zahl der Einwohner stieg bis 1939 auf 2.169.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden in den Papierfabriken polnische Arbeitskräfte eingesetzt und gefälschte US-Dollar und Pfund Sterling-Noten zur Schädigung der amerikanischen und britischen Wirtschaft hergestellt. Unter den polnischen Arbeitern existierte eine Abteilung AK ODRA des Militärgeheimdienstes, die 1944 von der Gestapo zerschlagen wurde. Außerdem wurden in Hammermühle und Fuchsmühle im Krieg Propeller und Scheiben als Zubehör für Jagdflugzeuge produziert.
Zwischen dem 2. und 4. März 1945 wurde Hammermühle nach heftigem Gefechten von der Roten Armee eingenommen. Die Anlagen der Papierfabrik wurden 1945/46 von der Sowjetarmee demontiert.
Nach Kriegsende kam der Ort unter polnische Verwaltung. Es begann die Vertreibung der deutschen Bewohner durch polnische und ukrainische Zuwanderer, die aus Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen. Der Ort wurde zunächst in Businko und 1947 in Kępice umbenannt. Zahlreiche Häuser verfielen nach dem Krieg und wurden später durch Neubauten ersetzt. Anstelle der demontierten Papier- und Zellulosefabrik nahm 1957 eine Gerberei den Betrieb auf. Die Kępickie Zakłady Garbarskie Kegar, ein Unternehmen mit ca. 1.000 Beschäftigten und Zweigwerken in Białogard und Dębnica Kaszubska wurde 1999 privatisiert. 1958 bauten die Beschäftigten der Gerberei das demontierte Wasserkraftwerk in Kępice wieder auf. Im Jahre 1980 ging das Kraftwerk in die Trägerschaft des Energetikunternehmens aus Słupsk über. 1996 erfolgte eine grundlegende Modernisierung der Anlagen.
In den ersten 15 Jahren nach dem Krieg war Kępice eine Ansammlung von Unterkünften; erst im Januar 1959 wurde es zur stadtartigen Siedlung ernannt. Durch die Gerberei wuchs der Ort schnell und erhielt 1967 das Stadtrecht.

Einwohnerentwicklung der Stadt
1905 - 414
1930 - 1.400
1933 - 2.008
1939 - 2.169
1946 - 1.107
1950 - 631
1960 - 2.049
1970 - 2.878
1978 - 3.106
1987 - 4.156
2007 - 3.800

Städtepartnerschaften
Bomlitz, Deutschland

Gliederung der Gemeinde Kępice
Barcino (Bartin)
Barwino (Barvin)
Biesowice (Beßwitz)
Biesowiczki (Beßwitzer Glashütte)
Bronowo (Brünnow)
Brzezinka (Birkenthal)
Chorówko (Neu Chorow)
Chorowo (Chorow)
Ciecholub (Techlipp)
Darnowo (Börnen)
Gościeradz (Augusthof)
Jabłoniec (Rosenhof)
Jabłonna (Vorwerk Augustthal)
Kaczyno
Kawka
Kępice (Hômer Hammermühle)
Korzybie (Korzëbié Zollbrück)
Kotłowo (Vorwerk Kotlow)
Łużki (Luschken)
Mielęcino (Fuchsberge)
Mzdowiec (Misdow)
Mzdówko (Misdow B)
Mzdowo (Misdow A)
Obłęże (Oblëżé Woblanse)
Osieki (Wusseken)
Osowo (Osowo Wussow)
Płocko (Plötzig)
Podgóry (Puddiger)
Polichno
Przyjezierze (Seehof)
Przytocko (Pritzig)
Pustowo (Pustowo Püstow)
Radzikowo (Marienthal)
Warcino (Warcëno Varzin)
Węgorzyno (Vangerin)
Żelice Dolne (Nieder Seelitz)
Żelice Górne (Ober Seelitz)
Die Gemeinde liegt beiderseits der Wieprza (Wipper). 2 km östlich der Stadt Kępice liegt der Jezioro Obłęskie (Woblanser See), der 4 km nordwestlich befindliche größere Jezioro Łętowskie (Lantowsee) bei Łętowo (Lantow) liegt schon in der Gemeinde Sławno (Schlawe).




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